Weiter gehen!

Es ist eines, die Maske zu erkennen, doch wie kann man sie loswerden?

Auch psychologische Erklärungen für innere psychische Zustände sind nur Erklärungen aus der Illusion – die Maske und ihre Gründe sind wirklich, aber im transzendenten Verständnis nicht real.

Also geht es zuerst darum, die Maske und ihre Wurzeln zu erkennen. Die Lösung finden wir in dem Bewusstsein für die wahren Gründe – dem Konflikt zwischen Ich und Nicht-Ich. Die oft als Seelenwunden bezeichneten psychischen Verletzungen wie Ablehnung, Verlassenwerden, Demütigung, Vertrauensbruch und Ungerechtigkeit kann nur ein Ich“ erfahren. Das negiert nicht die Verletzung, aber die Ursachenkette geht tiefer. Und darum ist auch die Lösung keine psychologische. Aber der Weg dorthin führt über das Erkennen des psychologischen Problems.

Die Angst und das Erschrecken vor der Schlange ist wirklich und kann nicht geleugnet werden, auch wenn diese sich als ein achtlos weggeworfenes Seil entpuppt. Wir neigen dazu, die durch Täuschung hervorgerufene Angst oder einen anderen psychischen Zustand als „“nicht wirklich““ und damit als nicht relevant zu betrachten, wenn er auf einer Täuschung beruht. Dass aber die Angst ohne Substanz ist, macht sie nicht weniger wirklich.

Etwa Angst oder Wut zu verdrängen verhindert, sie zu erkennen – und wie soll man sie dann auflösen können, bedenkt man, dass das Unbewusste ja so heißt, weil es uns eben nicht bewusst ist? Nun suchen die meisten Menschen die Lösung oder eine Antwort auf ihre Wut oder Angst in dem damaligen Erleben. Doch dabei wird nicht bedacht, was dieses Erleben erst möglich gemacht hat: Eben der Konflikt zwischen „“Ich““ und „“Nicht-Ich““. Dies zu erkennen macht nichts ungeschehen, aber es lässt uns verstehen und verändert damit die Bedeutung unserer Erinnerung an den früher erfahrenen Schmerz.

Doch dies ist ein Weg, den nur das starke „“Ich““ zu gehen in der Lage ist, denn nur das hat den Mut, sich selbst im Erkennen der Illusion sterben zu sehen. Dass dahinter das Selbst wartet muss man erkannt haben, um die innere Stärke zu haben, diesen Weg zu gehen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.