Wenn, dann aber bitte richtig!

Es gibt viele Feststellungen über den ’schwierigen Zustand‘ der Welt und dass ‚etwas‘ anders werden muss. Doch genügt es, etwas ‚anderes‘ zu wollen?

Die entscheidende Frage ist, ob die grundlegende Ursache bekannt ist. Es genügt nicht jemandem, der beispielsweise seine Mitarbeiter ständig kontrolliert, etwas von Vertrauen oder was auch immer zu erzählen.

Zu wissen was schief läuft, ist selten auch ein Hinweis darauf,  warum es schief läuft. Also wird die Folge dieses Nicht-Wissens sein, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit, oft auch auf eine anderen Art und Weise, wieder passiert. Doch das bedeutet nicht, dass man ‚persönlich‘ werden muss. Oder Chefs Mitarbeiter ‚coachen‘ sollten.

Die aktuell in der Welt festzustellenden Schwierigkeiten und Probleme sind nichts wirklich Persönliches, auch wenn sie sich natürlich im persönlichen Handeln auswirken. Das passiert, wenn die Mehrheit der Menschen von etwas als ’so ist es‘ ausgeht – und dabei gewaltig daneben liegen.

Also geht es, will man ernsthaft etwas zum Besseren hin zu wenden und nicht nur an Symptomen herumdoktern, in erster Linie darum, zu allererst genau zu verifizieren, auf welchen Annahmen man aufbaut – und ob diese überhaupt stImmig sind.

Es ist eine der ‚eigentlich‘ bekannten und doch so selten beachteten Tatsachen, dass die Ursache für das Verhalten eines Einzelnen nicht bei ihm selbst zu finden ist, sondern in seiner Geschichte. Kennt man die nicht, kann man auch nichts über den Menschen sagen. Oder über sein Verhalten.

Nur wenn wir die Geschichte eines Menschen kennen, können wir zumindest Hypothesen darüber haben, was er möglicherweise denkt – und was er dementsprechend tut oder tun könnte. Wäre eine Möglichkeit. Aber die ist definitiv tabu. Das heißt, dass wir andere niemals analysieren sollten. Unter gar keinen Umständen.

Aber wir können die Situation und gegebenenfalls die Beziehungen (aber nicht das Handeln Einzelner!) analysieren. Doch dazu brauchen wir Kriterien, die wir zur Grundlage unserer Analyse und unseres Handelns machen können. Aber die muss man zuerst im Dialog erarbeiten. Und diese Grundlagen müssen allgemein verbindlich kommittet werden.

Eine verbindliche Vereinbarung mit Mitarbeitern treffen? Und das auch noch im Dialog? Keine einfache Aufgabe für viele Führungskräfte. Doch es ist Zeit umzudenken. Dabei es ist nicht nur deswegen ein echtes Stück Arbeit und eine wirkliche Herausforderung – angesichts doch immerhin circa 15% (!!) engagierter Mitarbeiter in Deutschland.

Aber bekanntlich fängt ja alles mittels einer kritIschen Masse an. Und die kann bekanntlich klein sein. Wenn es also wirklich etwas werden soll, bleibt einem nur, ganz vorne anzufangen. Die Alternative kann nur oberflächliche Schönfärberei sein. Und davon sollten wir langsam wirklich genug haben.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.