Wenn Fantasy und Logik miteinander Tango tanzen

Warum ich denke, dass wir im Leben beides brauchen.

Die, die gerne betonen, ich wäre so schrecklich logisch, übersehen meist meine Faszination für Filme wie ‚Schöne neue Welt‘, ‚Der letzten Samurai‘, ‚Star Wars‘ oder ‚‘Matrix’. Und umgekehrt. Eine Freundin eines Freundes beschrieb mich einmal mit den Worten ,von arrogant (der auf die Spitze getriebenen Logik) bis kindisch (dem Hang zur irrealen Fantasy). Was für ein Kompliment! Denn in dieser Spannweite zeigt sich das ganze Spektrum des Bewusstseins, von voller Konzentration, absoluter Logik bis hin zu irreal wirkenden Träumen, das es mit Höchstgeschwindigkeit immer wieder rauf und runter zu durcheilen gilt. Jedenfalls hoffe ich, dass mir das tatsächlich auch gelingt. Und das macht absolut Sinn!

Wir brauchen zum Einen die völlige Konzentration und die absolut konsequente Logik, um Dinge wirklich ergründen und verstehen zu können, genauso wie wir die Welt der irreal scheinenden Geschichten brauchen, um mit dem durch Logik und Verständnis gewonnen Baumaterial zu einem stimmigen inneren Bild unserer Welt zu kommen. Darum finden Sie in meinen Texten zum einen knochentrockene und – hoffentlich – logische Überlegungen, genauso wie die Geschichte von den 10 Ochsen (obwohl es aufgrund ihres Temperaments doch wohl eher Bullen sind), dem Teeweg des Alltags und die Kunst der Samurai der Moderne.

Ich habe die Angewohnheit, all das, was mich den Tag über auf einer rationalen und nachvollziehbaren, aber nicht mechanischen Weise beschäftigt hat, all die Information aus der Beschäftigung mit einer faszinierenden, absolut komplexen und in keinster Weise kalkulierbaren Welt nachts in meine Träume mitzunehmen, wissend, dass sich das dann in meinen Träumen sortiert und (ein-) ordnet. Und dann wache ich am Morgen mit einem Gedanken auf, um den herum ich dann einen meiner Texte schreibe.

Es ist das scheinbar Widersprüchliche, wie etwa meine musikalischen Präferenzen, die von Bach und seiner sakralen Orgelmusik bis zu den durchweg sozialkritischen Liedern der meine Jugend prägenden 68er Generation reichen, das sich hier verbindet, beides vereint und etwas bis dahin nicht Sichtbares, Größeres, darüber Hinausgehendes wahrnehmbar werden lässt, in dem sich die scheinbaren Gegensätze auflösen – jedenfalls für mich. Es ist der Spannungsbogen, der von der mit dem Signum Solo Deo Gloria paraphierten Musik bis zu der Rock und Pop Musik der 68er reicht, die Ausdruck auch meiner Sehnsucht und meinem Streben nach Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und vor allem auch nach Lebendigkeit, nach Authentizität und nach Selbstbestimmung ist. Dieses nur scheinbare Paradoxon hilft mir immer wieder zu erkennen, worum es in meinem Leben und vielleicht im Leben überhaupt geht.

Was ich damit sagen will: Nur wenn wir es schaffen, scheinbar Widersprüchliches, so wie beim Licht Welle und Teilchen, gleichermaßen zu erkennen und als Ausdruck ein und desselben zu verstehen, statt das eine dem anderen vorzuziehen oder gar gedanklich vollkommen auszublenden und zu ignorieren, nur dann werden wir die Welt und damit auch uns selbst erkennen und verstehen können. Eine Blume und eine Hummel sind zwei gänzlich unterschiedliche Aspekte des einen Prozesses, die Blume könnte aber ohne die Hummel und die Hummel nicht ohne die Blume existieren.

Und auch wir selbst sind eben nur ein dynamischer Aspekt des Ganzen – und doch sind wir gleichermaßen die Welt, wie Krishnamurti sagt. Und nicht nur er. Wollen wir uns selbst erkennen und verstehen, dürfen wir eben nicht nur auf uns selbst schauen, nicht nur uns selbst verstehen wollen, sondern wir müssen auch das Andersartige, Gegensätzliche und uns vermeintlich Fremde ergründen und begreifen. Nur dann werden wir das Ganze erkennen können, das über uns hinausweist und uns letztlich ausmacht. Doch wir dürfen uns darin nicht verlieren oder darauf reduzieren, denn wir sind eben nur eine einzelne Zelle im gesamten Organismus – ohne die es den aber nicht gäbe.

Schönes Paradoxon, nicht?!

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.