Wie mit einem Problem umgehen?

Ein Problem ist nur so lange ein ‚Problem‘, so lange wir die Ursache nicht kennen.

Und die finden wir meist nicht dort, wo wir die Lösung suchen. Dazu die Geschichte vom Gordischen Knoten. Es gibt nämlich zwei Lösungen.

Mit dem gordischen Knoten war der kunstvoll geknüpfte Knoten gemeint, durch den nach einer griechischen Sage die Deichsel des Streitwagens des phrygischen Königs Gordios durch Seile untrennbar mit dem Zugjoch verbunden war. Bekannt wurde das Ganze, weil Alexander der Große ihn mit seinem Schwert durchschlagen haben soll. Das war angeblich sein Weg zur Herrschaft über Asien.

Mit der Herrschaft über das eigene Leben ist es ja nicht unähnlich. Manchmal mag einem das Leben wie ein gordischer Knoten erscheinen, den man am liebsten mit einem Schwert durchtrennen können möchte. Wenn man doch nur ein Schwert hätte und seine Probleme einfach so zerschlagen könnte!

Aber es gibt auch eine andere Variante der Geschichte, so erzählt es uns die Sage. Alexander der Große, der ja ziemlich clever gewesen sein soll, schaute sich nicht nur den Knoten, sondern das Ganze genau an, statt wie die anderen an ihm herumzuzerren. Er untersuchte, natürlich nur gedanklich, das ganze System ganz genau, um seine Struktur zu erkennen und seine Funktions- und Wirkweise zu verstehen. Und er erkannte, dass er nur den Deichselnagel herauszuziehen brauchte, um das Joch wegziehen zu können.

Nicht anders ist es mit unseren Problemen. Wir sind so gebannt von ihnen, dass wir uns ganz auf sie fixieren und sie zerschlagen wollen, statt einmal genau hinzuschauen. Dann würden wir nämlich meist erkennen, dass unsere Problemsicht uns nur vom Eigentlichen und Wesentlichen derart ablenkt, dass wir uns von dem Problem in seinen Bann ziehen und uns von ihm regelrecht gefangen nehmen lassen und das, worum es geht, überhaupt nicht mehr sehen. Das ‚Problem‘ oder besser die ‚Problemsicht‘ als Ablenkungsmanöver.

Die Lösung für ein Problem suchen wir regelmäßig in dem, was wir tun können, oder noch lieber, was ein anderer tun muss. Doch jedes Tun fängt in einem Gedanken an. Ein Problem zu haben heißt in den meisten Fällen wohl, einen gordischen Knoten in seine Gedanken gewoben zu haben. Haben Sie es schon mal unter diesem Blickwinkel betrachtet? Also suchen Sie den Stift, den Sie herausziehen können – und nicht das Schwert.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.