Womit beginnen?

Aller Anfang geht mit. (Augustinus)

An erster Stelle steht nicht die Information, sondern das Setting. So wie einem Menschen ein Goldschatz nichts nützt, für die er kein Transportmittel hat, mit dem er ihn nach Hause bringen kann.

Erst das Setting ermöglicht, dass die Information überhaupt aufgenommen werden kann. Das Setting baut die Brücke, über die die Information gehen kann, um nicht nur gehört, sondern auch beachtet zu werden.

Diese Information zerstört das gewöhnliche Selbstverständnis der Menschen, daher reagieren sie darauf entweder mit Ablehnung, Aggression oder sie stellen einfach auf ‚Durchzug‘.

Obwohl diese Information die Menschen befreit, wollen die meisten sie nicht hören. In ihrem Weltbild gibt es keine ‚Freiheit‘, nur die Hoffnung darauf. Darum können sie sie auch nicht ‚hören‘. Es ist so, dass alle Menschen erwacht oder erleuchtet sind. Sie müssten nur die Augen öffnen und sehen, was ist. Nicht, was sie zu sehen glauben, sondern das, was wirklich ist.

Jeder muss sich selbst für das Setting entscheiden. Es ist nie identisch, aber immer gleich und muss doch selbst gefunden werden. Man kann Vorschläge und Angebote machen, mehr aber kann man nicht tun.

In unserer ‚modernen‘ Welt den Weg der Bewusstheit und des Geistes zu gehen, ist alles andere als selbstverständlich. Und vielleicht ist es deswegen so ‚normal‘, diesen Weg nicht zu gehen. Den Weg zu gehen hieße, das Ziel vor Augen zu haben. So wie man von Michelangelo erzählt, als er ‚seinen‘ David schuf: Er sah (!) ihn in dem Granitblock, an dem sich schon andere versucht hatten, die ihn offensichtlich nicht sehen konnten, und befreite ihn aus seinem steinernen Gefängnis.

Er sah zu Beginn nicht nur den Gesteinsblock, sondern er sah auch die darin gefangene Figur des David. Er sah beides.

Nur der, der sich selbst ‚erleuchtet‘ sehen kann und der auch bereit ist, sich aus seinem Gefängnis zu befreien, der wird den Weg gehen. Alle anderen werden ihn nicht gehen können. Darum heißt es auch in den Zen-Texten der alten Meister so oft, dass nur die bereit sind für den Weg, die gescheitert sind.

Nur die sind bereit, die den Weg, den sie bisher gingen, als nicht zielführend erkannt haben – und ohne wenn und aber bereit sind, den Weg der Bewusstheit zu gehen.

Das sind die Menschen, die in ein Dilemma geraten sind und die erkannt haben, dass sie ihren bisherigen Weg verlassen müssen, wollen sie den richtigen Weg gehen. Und die ganz konkret vor Augen haben, was sie statt dessen tun werden. Was ist das anderes als zu scheitern?

Zu scheitern bedeutet bereit zu sein, das Bisherige aufzugeben, weil man es als unzutreffend erkannt hat. Aber man jammert und klagt nicht, weil man weiß, was stattdessen zu tun ist.

Folgendes muss also ganz klar sein: Wo befinde ich mich? Wo genau (!!) will ich hin? Was brauche ich, damit ich dort hin komme? Was muss ich aufgeben? Klingt einfach, ist es aber manchmal nicht. Nämlich dann nicht, wenn wir nicht ganz genau auf das achten, was wir denken. Und das können wir nur an dem erkennen, was wir sagen. Und tun.

Und jetzt denken Sie noch einmal über das Setting nach: Was werden Sie tun? Warum wollen Sie das tun? Und vor allem: Was lassen Sie hinter sich? Und das dann bitte auch noch mit aller Konsequenz.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.