Worte, nichts als Worte

Sprache ist aus unserem Leben nicht hinwegzudenken. Betrachtet man es genau, leben wir zunehmend in einer Welt der Worte und damit in einer Welt der Begriffe.

Allzu leicht vergisst man dabei, dass Begriffe und Worte nur Synonyme für unser Erleben sind. Oft passiert es dann, dass wir glauben über »Dinge« sprechen und darüber reden zu können, weil wir aufgrund der verwendeten Worte und den damit einhergehenden Begriffen den Eindruck haben »zu wissen«, worüber wir sprechen. Doch tatsächlich können wir über Dinge, denen keine unmittelbare eigene Erfahrung zugrunde legt, kein Wissen haben, sondern nur eine Vorstellung, eine geistig-mentale Konstruktion.

Stets geht es also darum, die Erfahrung zu erkennen, die mit Worten kommuniziert wird, wobei wir uns gegenwärtig sein müssen, dass unser Leben nicht mit der Wirklichkeit »da draußen« gleichgesetzt werden kann.

Betrachten wir Sprache auf diese Weise, dann wird offensichtlich, dass die eigentliche Botschaft meist eine ganz andere ist. Oft sind es nur »soziale Geräusche« ohne wirkliches Interesse und ohne greifbaren Inhalt; nichts anderes als Versuche, Sprachlosigkeit, Beziehungslosigkeit, innere Leere und den Mangel an Sinn zu kaschieren.

Wir müssen also darauf achten, worüber wir sprechen und welchen Sinn wieder mit unseren Worten kommunizieren wollen. Immer wieder müssen wir uns fragen, ob wir bereit sind, unserem Gegenüber wahrhaftig und wesentlich zu begegnen.

Eine Frage ist, ob diese Gedanken auch dann zutreffend sind, wenn wir uns über tatsächlich oder vermeintlich sachliche Dinge austauschen. Gibt es überhaupt eine objektive Diskussion oder überhaupt ein rein sachliches Gespräch? Dass wir, zumindest viele Menschen die ich kenne, schon mit unseren Computern sprechen, als könnten sie uns hören ist ein Hinweis darauf, dass wir uns in allem in Beziehung setzen.

In unseren vielfältigen Beziehungen, ob zu Menschen, zur Natur oder zu Dingen wie Ereignissen in unserem Leben, genauso wie in unserer Beziehung zum umfassenden Ganzen, »sind wir«, weil wir uns darin selbst erfahren und weil wir diese Erfahrung mit der Vorstellung eines die Welt erfahrenden »Ich« gleichsetzen. Daher offenbaren wir gerade auch in unseren Worten und Gedanken unser Wesen unmittelbar, dabei meist vollkommen nicht-bewusst, selbst wenn wir über ganz alltägliche oder sachliche Dinge sprechen.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.