Würde

Weniges ist von so großer Bedeutung, wie sich stets die eigene Würde zu bewahren.

Seit Tagen hat sich ein Gedanke, ein Begriff, in meinem Kopf eingenistet, kommt immer wieder hervor, so als fordere er beachtet zu werden, sich Geltung verschaffen wollte: Würde.

Nicht die in mancher Verfassung gesetzlich verbriefte Menschenwürde, nicht die verliehene und auch nicht die natürliche eines Panthers, sondern die, die aus sich selbst heraus entsteht und in Anspruch genommen werden will.

Je länger dieser Gedanke in meinem Kopf herumzieht, desto klarer wird er, präsenter. In dem Moment aber, in dem ich ihn beschreiben oder darüber schreiben und ihn in Worte fassen will, in dem Moment entzieht er sich mir wieder, wird nicht fassbar.

Während Ehre und Ruhm einen äußeren, vermittelten Aspekt darstellen, liegt die Würde im Inneren eines jeden selbst. Dabei hat Würde für mich nichts damit zu tun, sich (für etwas) würdig zu erweisen, also einer Anforderung gerecht zu werden. Sich selbst gerecht zu werden oder zu sein, ohne selbstgerecht zu sein. Vielleicht ist das eine mögliche Deutung, die den Weg zeigt.

Ist Würde ein Recht oder gar so etwas wie eine Art Gebot, das aus der Natur des Menschseins resultiert, aus der Fähigkeit zur Erkenntnis und Einsicht in die eigene Existenz und die damit einhergehende Freiheit, der Befähigung zur Selbstbestimmung, die uns eigene Freiheit zu freiem und damit verantwortlichem Handeln?

So wie wir Menschen zum Schönen, Guten und Wahren nicht nur fähig sind, sondern dies etwas für uns Wesenhaftes ist, genauso wie die in unserer Existenz liegende Sinnhaftigkeit, so ist wohl auch die Würde etwas, das dem Menschen immanent ist, unabhängig von etwas Anderem oder gar Äußerem, und nur durch ihn realisiert werden kann.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.