Zen ist Lebenskunst

Kunst ist, wie Dürer gesagt haben soll, gewaltig.

Sie hat diese unmittelbare Kraft, weil sie innerstes, unmittelbares Empfinden des Künstlers ausdrückt; auszudrücken sucht, was sich in Worte nicht fassen lässt. Es ist ein Ruf, manchmal auch ein Schrei der Wesens, das die Ketten der Konvention, des Gewöhnlichen und manchmal so Selbstverständlichen für sich nicht akzeptiert, vielleicht auch einfach nicht mehr zu akzeptieren bereit ist.

In der Kunst verbinden sich Leidenschaft, Streben nach Perfektion mit Wissen und Eigensinn zu etwas Wahrhaftigem und Wesentlichen. Kunst ist für den gewöhnlichen Menschen oft nur schwer verständlich und manchmal auch nur schwer zu ertragen, macht es doch jede Falschheit, jede Beliebigkeit und jede Oberflächlichkeit durchschaubar und offensichtlich.

Kunst muss man aushalten, Ob als Künstler oder als Betrachter. Denn Kunst nimmt keine Rücksicht auf Befindlichkeiten, sie macht keine faulen Kompromisse und ist unbeirrbar konsequent. Kunst sucht in allem das Wahre, alles Falsche und Laue ist ihr zuwider.

Kunst stellt uns mit ihrem Anspruch des Strebens nach Vollendung, des ewigen Strebens nach dem Besseren immer wieder in Frage, fordert uns bis auf’s Mark heraus in unserem eigenen Selbstverständnis und in unserer Angepasstheit, unseren Nachlässigkeiten genauso wie in unseren Unzulänglichkeiten.

Kunst fordert uns heraus, uns immer wieder von Neuem zu ihr in Beziehung zu setzen, sich auf sie einzulassen, uns von ihr auslegen zu lassen und – vielleicht – ergreifen zu lassen.

Darum ist Zen Lebenskunst.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.