Zen und die Magenschmerzen

Es gibt viele Wege um sich aus den Fesseln seiner Konditionierungen zu lösen. Einer davon ist Zen.

Und es ist meiner Ansicht nach der direkteste und schnellste Weg zum Erfolg, wenn man hier überhaupt von Erfolg sprechen kann. Auch wenn es immer wieder heißt, dass es im Zen nichts zu erreichen gibt, so gibt es zwar keinen Erfolg im üblichen Sinn zu realisieren, sondern eher ein Zustand, den man aber nie ‚besitzen‘ kann. Nur, dass sich dabei scheinbar überhaupt nichts ändert. Und doch ändert sich alles. Aber das ist ein anderes Thema.

Und warum dieser Weg? Nicht nur, weil Alan Watts ihn als den ‚direkten Weg auf den Gipfel‘ bezeichnet hat. Aber Recht hat er schon damit. Ach, hätte ich doch nur eher auf ihn gehört! Aber es gibt auch einen für mich logischen und pragmatischen Grund, der andere vielleicht leichter zu überzeugen vermag.

Ich verwende meine Energien immer für das, womit ich mich beschäftige. Jeder tut das. Beschäftige ich mich also mit der Frage, warum ich bin, wie ich bin, verwende ich meine Energien für Vergangenes. Nicht so prickelnd, oder? Verwende ich hingegen meine Energien auf das, was ich tun will, dann sind sie (meist) sinnvoll investiert.

Es ist eine ganz einfache Energielogik, die mich veranlasst, mich möglichst ausschließlich mit dem zu beschäftigen, was ich konkret tue oder tun werde. Der Rest interessiert mich äußerst selten. Ich beschäftige mich auch immer weniger mit dem, was ich tun will. Das definiert man vorab einmal anhand von Prinzipien und vielleicht einem Satz Regeln. Der Rest ergibt sich dann von alleine.

Also ab auf den Gipfel! Und bitte ohne Umwege, direkt!

Aber warum um Himmels Willen ist es für viele dann so verdammt schwierig, diesen Weg einzuschlagen und zu gehen? Warum drehen manche eine Runde nach der anderen um den Berg bis ihnen ganz schwindlig ist von all dem Kreiseln – als wäre es ein heißer Brei und kein Berg – statt endlich auf den Gipfel zu gehen, ihr eigentliches Ziel?

Ich habe vor kurzem ein wunderbares Bonmot gelesen, das es treffend beschreibt. Zen – wie Quantenphysik übrigens auch – verursache ein Gefühl der Leere in der Magengegend. Mit anderen Worten, die Erkenntnisse der Buddhisten wie die der Quantenphysiker drehen einem den Magen sozusagen auf Links.

Gruselige Vorstellung. Nicht aber, wenn man es weiß und nicht einfach ausflippt, wenn der Gedanken-Magen rebelliert. Sondern sich beherrscht und den Gedanken, vor allem aber den damit einhergehenden Emotionen nicht einfach freien Lauf lässt, sie dabei keinesfalls unterdrückt, sondern solange tief durchatmet, bis sie sich wieder auf ein verträgliches Maß reduziert haben.

Eine gute Gelegenheit, im eigenen Denken mal klar zu machen, wer hier das sagen hat. Meine Emotionen oder wer? Also ich beantworte das mal nicht, sonst wird es nicht wirklich griffig. Mein ‚Ich‘ ist es nämlich nicht. Aber die Emotionen sind es garantiert auch nicht. Und das ist erst einmal wichtig.

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.