Zen zu praktizieren heißt Zen zu sein.

Der Zen-Weg ist nicht nur einfach Einsicht, Meditation und Versenkung, sondern vor allem tägliche Übung und Praxis. Zen ist die ganze Existenz.

Darum gibt es im Zen auch nichts zu erreichen, und doch geht es um alles, nämlich die Antwort auf die Frage: Wie lebe ich? Denn das ist die Antwort auf die Frage nach meinem Selbstverständnis, was wiederum die Antwort ist auf die Frage nach dem »Wer bin ich?«.

Und so schließt sich der Kreis zwischen der Frage nach der Erkenntnis des eigenen Wesens und der Antwort, die wir darauf geben mit der Art, wie wir leben.

Nun ist es so, dass alles Existierende nichts anderes als ein Geflecht von Beziehungen ist. Es gibt für den Praktizierenden also nur dann »seine« Praxis, wenn er für sich ist, ist er mit einem anderen zusammen, gibt es nur »ihre« (gemeinsame) Praxis.

Dahinter steht die Erkenntnis oder Einsicht, dass nichts unabhängig voneinander existiert und als Ausdruck des in sich differenzierten Einen bedingt ist und darum Sinn, um den es ja letzten Endes geht (und nicht um Wissen) sich nur im Dialog finden lässt.

Was will ich wirklich? Warum will ich das wirklich?

Zen zu praktizieren ist ja nichts anderes als eine Antwort durch Sein zu geben auf die Frage danach, was das Leben und damit, was man selbst ist.

Der Kern unserer Praxis besteht aus einem Gedanken: »Ich bin, was ich bin.«

Peter D. Zettel
Wie bringe ich meine 'wahre' Natur zum Ausdruck? Wie gelingt es mir, das, was ich 'Innen' erlebe mit dem 'Äußeren' in Einklang zu bringen? Wie löse ich letztlich die Trennung in meinem Denken und Handeln auf? Das sind die Fragen, auf die ich hier Antworten formulieren möchte.